Projektbeschreibungen

 
1. Kinderbibliothek Las Abejitas

Um die auf der Straße arbeitenden Kinder zu ermutigen, die Schule zu besuchen und ihnen zu einer besseren Bildung zu verhelfen, hat der Verein Nueva Nicaragua im Jahr 2000 zusammen mit unserem Kooperationspartner INPRHU die Kinder- und Jugendbibliothek »Las Abejitas« (»Die kleinen Bienen«) eingerichtet.

Die Bibliothek verfügt über ca. 6.000 Bücher: Kinder- und Jugendbücher, Schul- und Sachbücher, Märchen, Erzählungen, Romane und – in Nicaragua besonders wichtig – Lyrik für Kinder und Erwachsene.

Von drei Erzieher/innen werden täglich zwischen 40 und 80 Kinder und Jugendliche betreut und Aktivitäten zur Leseförderung wie Märchenlesungen, szenische Darstellung von Texten, Mal- und Bastelkurse und Spiele organisiert.

Foto: INPRHU      Bildung als Schwerpunkt der Entwicklung

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Aufgabe der Bibliothek ist es, mit den Mitteln der außerschulischen Leseförderung Kinder und Jugendliche dazu anzuhalten, sich systematisch, kritisch und kreativ mit Büchern auseinanderzusetzen und so eine Kultur des Lesens zu entwickeln, die ihre persönliche und soziale Entfaltung fördert. Darüber hinaus können Jugendliche die hier vorhandenen Schul- und Sachbücher nutzen, um ihre Hausaufgaben zu machen. Auch Nachhilfegruppen finden in der Bibliothek einen geeigneten Raum. Durch kulturelle und künstlerische Aktivitäten wird die Entwicklung von Fähigkeiten und Geschicklichkeiten gefördert. Abgerundet wird das vielfältige Angebot durch Ausflüge und Kinderfeste. Die Bibliothek arbeitet außerdem mit Schulen in Ocotal zusammen. Staatliche Bildungseinrichtungen werden besucht oder Schüler/innen kommen zum Kennenlernen des Angebots in die Bibliothek.​

Spenden bitte unter dem Stichwort:

Kinderbibliothek

 
2. Radio Segovia

Der Basis-Sender Radio Segovia entstand nach der Übernahme der Regierung durch die FSLN 1980 als Regionalradio, um vor allem die einfache Landbevölkerung über wissenswerte Themen aus Ocotal und Nicaragua zu informieren. Neben Unterhaltung und Musik war es den Mitarbeitern schon immer ein Anliegen, Informationen und Bildung zu vermitteln. Er gehört weiterhin zu den meistgehörten Radiosendern der Region. In einem Land, in dem die wenigsten Menschen Zeitung lesen und die meisten Fernsehsender stundenlange Seifenopern senden, halten wir den Radiosender weiterhin für sehr unterstützenswert. Mit Wiesbadener Hilfe konnte die technische Ausstattung, soweit unbedingt erforderlich, erneuert werden.

Im November 2020 feierte Radio Segovia sein 40jähriges Bestehen. Musikgruppen aus Ocotal und den Nachbargemeinden, also dem gesamten Sendegebiet, trugen zu einem mehrstündigen Programm bei.

 

Seit einiger Zeit liefert uns das Radio Nachrichten und Einschätzungen aus Ocotal und dem gesamten Land, die in unserem Info - übersetzt von Florian Pielert - abgedruckt werden.

Radio Segovia im Internet

Auch für unsere Arbeit in Wiesbaden ist Radio Segovia eine wichtige Informationsquelle. Radio Segovia veröffentlicht lokale Nachrichten im Internet:

 

Spenden bitte unter dem Stichwort:

Radio Segovia

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Radio Segovia feierte sein 40jähriges Bestehen

Porträt:   Roger Solís Corea

Roger Solís Corea ist ein bekennender Sandinist der ersten Stunde. Der Leiter von Radio Segovia war zum Zeitpunkt der siegreichen Revolution 1979 16 Jahre alt. Wie er erzählt, war er zuvor „Volkskämpfer“ in den östlichen Stadtteilen von Managua, seiner Heimatstadt. Im Anschluss nahm er als Mitglied einer „Alphabetisierungsarmee“  im Land teil und wurde dann Chef einer Brigade in Nordnicaragua. Während der Contra-Angriffe in den 80er Jahren arbeitete er in politischen Komitees der Sandinisten (FSLN – Frente Sandinista de Liberación Nacional) und wurde in diesem Zusammenhang in ein regionales Komitee von 1992 bis 1995 berufen, nachdem er zuvor politischer Sekretär der FSLN in San Juan die Río Coco war. 1992 war er in den Norden nach Ocotal zurückgekehrt. Nach seinem Universitätsabschluss  arbeitete er im Büro des Bürgermeisters, dem  das Eigentum an der Radiostation übertragen worden war, mit. 1993 wurde Roger vom Bürgermeister zum Direktor von Radio Segovia ernannt, um als „Problemlöser“ zu fungieren.

                            Für Spanischkundige: bei Radio Segovia findet sich der                                        Link zur Ehrung für Martha Adriana Peralta zum 4. Todestag.

                            Martha war über viele Jahre sehr aktiv in der Organisation                                    unserer Soliprojekte und der Städtepartnerschaft (s. Chronik).  

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3. Kinderzirkus:  Circo  Ocolmena
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Fotos: Francisco Ariel Mendoza Poza

In der Bibliothek sind noch weitere Projekte angesiedelt. Eines davon ist der Zirkus Ocolmena, der bereits seit 2007 existiert. Er bietet den Kindern die Möglichkeit, auf spielerische Art körperliche Fähigkeiten und soziale Kompetenzen zu entwickeln und zu stärken sowie ihr Selbstbewusstsein zu festigen.

Der Zirkus hat sich seit seiner Gründung mit Hilfe zweier Wiesbadener Jugendzirkusse sehr schnell entwickelt. Regelmäßig ist er bei Festivals in Estelí, Granada und León vertreten. In zahlreichen Vorstellungen in den armen Stadtteilen und Schulen Ocotals konnte anderen Kindern, die noch nie einen Zirkus gesehen hatten, viel Freude bereitet werden.

2008 und 2012 waren bereits einige seiner Mitglieder zum Jugendaustausch in Wiesbaden. Auch 2016, im »Jahr der Städtepartnerschaften«, kamen wieder zwölf Ocolmena-Artisten für zehn Tage nach Wiesbaden, um als »Amigos y Artistas« mit den hiesigen Zirkusakteuren zu trainieren und sich kennen zu lernen. Gemeinsame Auftritte krönten diese Begegnung.

Die Ocolmenas besuchen seit längerem auch Casitas (kleine Jugendzentren) in den ärmsten Stadtteilen Ocotals. Es ist immer wieder schön zu beobachten, mit wie viel Begeisterung und Spaß die Kinder dort erste Zirkustechniken mit den Ocolmenas üben.

Spenden bitte unter dem Stichwort:

Kinderzirkus

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4. Kindergarten CDI:  Nuevo Amanecer
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Auch in einem Land wie Nicaragua sind Kindergärten kein Luxus. Da in Nicaragua die Mütter überwiegend alleinerziehend sind, gibt es für die meisten Mütter zur Berufstätigkeit keine Alternative. Nicht alle haben die Möglichkeit, ihre Kinder während ihrer Arbeitszeit bei Nachbarn oder Verwandten unterzubringen. Gäbe es den Kindergarten nicht, müssten viele Mütter ihre Kinder sich selbst überlassen.

 Der Verein Nueva Nicaragua gewährt der Einrichtung, in der ca. 250 Kinder betreut werden, einen laufenden Zuschuss für didaktisches Material, Verpflegung, Wäsche, Waschmittel, Medikamente und die Unterhaltung des Gebäudes von 6000 US $ jährlich.

Spenden bitte unter dem Stichwort:

CDI

 
 
5. Frauenhaus:  Casa  Entre Nosotros

Armut, Alkoholismus, räumliche Enge und fehlende Bildung führen dazu, dass innerfamiliäre und sexuelle Gewalt in Nicaragua ein häufiges Problem sind, das die Betroffenen in allergrößte Not stürzt. Die polizeiliche und juristische Verfolgung dieser Gewalttaten wird in Nicaragua meist sehr inkonsequent betrieben, Menschenrechtsorganisationen kritisieren das seit langem.

Deshalb hat der Verein Nueva Nicaragua den Bau eines »Hauses für uns Frauen« (Casa Entre Nosotras) in Ocotal unterstützt, das mit Hilfe von Spenden aus Wiesbaden und Projektgeldern des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) im Frühjahr 2011 fertiggestellt wurde. 

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Fotos: Francisco A. M. Poza

Seit Frühjahr 2016 sorgt ein neues Team von Mitarbeiterinnen unter der Leitung einer Psychologin für eine umfassende Betreuung der Geschädigten, um die Folgen von Gewalt, Schuld, Angst und Schmerz bewältigen zu lernen. Es werden psychologische Gutachten erstellt und die Betreuten zu mündlichen Gerichtsverhandlungen begleitet. Das Frauenhaus leistet zudem in den Stadtteilen Präventionsarbeit.

Seit 2013 muss der Verein Nueva Nicaragua für alle Kosten des Betriebes der CEN einschließlich der Gehälter der MitarbeiterInnen und der laufenden Kosten für Nahrungsmittel, Strom, Wasser, Kommunikation und didaktisches Material alleine aufkommen.

Die Casa Entre Nosotras ist Teil des Netzwerks der zuständigen staatlichen Stellen (Polizei, Jugendgericht, Familienministerium) und der für eine wirkungsvolle Arbeit erforderlichen sozialen und medizinischen Einrichtungen. Dies und die Kooperation mit Radio Segovia ermöglicht es der Einrichtung, auch eine aufklärungsorientierte Präventionsarbeit zu leisten. In der Einrichtung werden ca. 30 Geschädigte im Quartal teilweise auch extern betreut.

In den regelmäßigen Quartalsberichten der CEN wird detailliert über die betreuten Personen, ihre Schädigung und die geleistete Hilfe berichtet. Wir bitten unsere Spender, die Arbeit in der CEN besonders aufmerksam zu begleiten und das Projekt großzügig zu unterstützen.

Unter der Corona-Pandemie verzichtet die Casa Entre Nosotras auf die Unterbringung von Frauen, Mädchen und Kindern und legt den Schwerpunkt ihrer Arbeit verstärkt auf Aufklärung, Prävention und ambulante Unterstützung.

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Spenden bitte unter dem Stichwort:

Casa Entre Nosotros

6. Entwicklungspolitischer Freiwilligendienst
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Foto: David Bartelt

Spenden bitte unter dem Stichwort:

Freiwilligendienste

Seit dem Jahre 2003 hat der Verein junge Freiwillige in Eigenverantwortung zu ausgewählten Einsatzplätzen nach Ocotal entsandt. Mit Schaffung des entwicklungspolitischen Freiwilligendienstes »weltwärts«, einem Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Jahre 2008, wurden Entsendungen in diesem Rahmen realisiert.

Nachdem der Evangelische Verein für Innere Mission in Nassau (EVIM) sein Interesse an Freiwilligenentsendungen in Wiesbadens Partnerstadt Ocotal bekundete, sind wir übereingekommen, ab 2014 die Organisation dieser Freiwilligenentsendungen EVIM zu überlassen. Dort gibt es engagierte und erfahrene MitarbeiterInnen, die bereits Freiwillige im Bundesfreiwilligendienst und für das FSJ auswählen, verpflichten und betreuen. Der Verein Nueva Nicaragua e. V. arbeitet weiterhin als Entsendepartner mit EVIM zusammen.

Für die jungen InteressentInnen ist ein Freiwilligeneinsatz in vielerlei Hinsicht eine Herausforderung: Sie haben anspruchsvolle Aufgaben in einem neuen kulturellen und sprachlichen Umfeld unter ungewohnten Lebensbedingungen zu erfüllen. Sie lernen, die Welt aus einer neuen Perspektive zu sehen, gewinnen an Selbstvertrauen und Selbstständigkeit.*

Im Rahmen des »Süd-Nord-Austauschs« haben seit August 2015 zwei junge Männer aus Ocotal einen Freiwilligendienst in Wiesbaden abgeleistet. So ließe sich Chancengleichheit im Freiwilligendienst herstellen. Bitte helfen Sie uns, dieses Programm weiterzuführen!

*Interessierte junge Menschen finden Hinweise unter:

        Seite Mitmachen

        www.evim.de

 
7. Stipendienprogramm
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Im Jahr 2013 hat sich innerhalb des Vereins eine Arbeitsgruppe zusammengesetzt, um das Stipendien-Programm neu zu gestalten und auch jungen Ocotalern aus armen Verhältnissen ein Studium zu ermöglichen. Im Juni wurden die ersten Stipendiaten ausgewählt, im August 2014 die Gruppe komplettiert. Momentan erhalten sieben Studierende ein Stipendium, was die Studiengebühren, Einschreibungskosten und im Einzelfall auch eine Beihilfe für die Lebensführung beinhaltet. Zu den Studiengängen gehören unter anderem Medizin, Ökologische Landwirtschaft und Soziale Arbeit. Im Jahr 2018 haben erste Stipendiaten ihren Studienabschluss gemacht.

Foto: INPRHU     

Unsere derzeitigen Stipendiaten schrieben :

Wir sind eine Gruppe junger Leute aus Familien mit begrenzten wirtschaftlichen Möglichkeiten. Motiviert durch den Wunsch, ein Studium aufzunehmen, wendeten wir uns an INPRHU, wo wir in das von der Organisation Nueva Nicaragua aus Wiesbaden finanzierte Stipendien-Programm aufgenommen wurden, was uns die Grundlage bot, unsere Berufswünsche Realität werden zu lassen. Wir alle haben eine unterschiedliche Motivation, dieses Ziel in Angriff zu nehmen. Einige von uns möchten ihren Traum verwirklichen, andere tun es, um unsere Familie voranzubringen, um aus dem Kreislauf der Armut herauszukommen und einen stabilen Arbeitsplatz mit einem würdevollen Gehalt zu haben.

​Loiman Manuel Muñoz Flores, Delvan Everardo Aguirre López und José Carlos Soza Cerna sind  Studenten der Medizin und Chirurgie im vierten Jahr, Javier Antonio Cáseres Maldonado ist Student der Medizin und Chirurgie im zweiten Jahr, Zoila Rotciv Muñoz Flores

Neue Stipendiaten im Sommer 2021

 

Nueva Nicaragua fördert junge Menschen aus Ocotal und Umgebung, die sich ein Studium aus finanziellen Gründen nicht leisten könnten. Mit Hilfe aus Wiesbaden konnten bisher acht Teilnehmer des Programms ihren Abschluss machen, z.B. als Ingenieure, Lehrer, Agrarwissenschaftler oder Mediziner. Während ihres Studiums leisten die Studenten oftmals noch freiwillige Hilfseinsätze in Ocotal, wie beispielsweise aktuell während der Corona-Pandemie (s. Foto).

 

Aufgrund der erfolgreichen Beendigung des Studiums durch einige Teilnehmer wird das Programm nun wieder auf 10 Personen aufgestockt, die dann die Studiengebühren erstattet bekommen und Beihilfen für die Lebenshaltungskosten erhalten. Derzeit sichten wir Bewerbungen, die uns unsere Partnerorganisation INPRHU mit der Bitte um Unterstützung zugeschickt hat. Die fünf BewerberInnen, die trotz großer Armut hervorragende Schulleistungen vorweisen können, werden dank Ihrer Spende voraussichtlich im Sommer 2021 ihr Studium aufnehmen können.

befindet sich im vierten Jahr ihres Studiums der Medizintechnik, Mariela del Carmen Aguilera Gómez erlernt im dritten Jahr ihres Studiums die professionelle Krankenpflege an der UNAN-León und Ambrosio Tórrez Florian hat vor kurzem seinen Abschluss als Lehramtsstudent für Spanisch an der UNAN-León gemacht. Wir sind alle in Ocotal, außer Ambrosio. Er kommt als einziger Stipendiat aus der ländlichen und stolzen indigenen Stadt Mozonte, wobei anzumerken ist, dass er derzeit bei der Kaffee-Ernte in den Bergen von Nueva Segovia arbeitet, ebenso nutzen wir anderen unseren Urlaub zum Arbeiten.​

Trotz der Vielfalt unserer Studiengänge und unserer Überzeugungen sind wir uns alle einig über unsere Vision, die darauf ausgerichtet ist, vor allem der Bevölkerung unserer geliebten Stadt mit Ethik, Engagement, Humanismus und Liebe der Gemeinschaft von Nicaragua zu dienen.

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Studenten als freiwillige Corona-Pandemie-Helfer

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Stipendien

 
 
 
8. Altenheim  San Antonio
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Weil es für die meisten alten Leute in Nicaragua keine Rentenversicherung und keine Sozialhilfe gibt, sind sie auf die Versorgung durch ihre Familie angewiesen. Für die Senioren und Seniorinnen, die keine Familie haben, die sie unterstützen kann, ist das Altenheim San Antonio in Ocotal die letzte Hoffnung.

Das Heim wurde 1980 unter der sandinistischen Regierung gegründet. Das Heim braucht zu seinem Bestand auch die Unterstützung aus Wiesbaden von derzeit 6.000 € im Jahr.

In dem Heim können rund 50 alte Menschen betreut werden, 30 von ihnen können auch dort wohnen. Einige der stationär Untergebrachten sind teils wegen hohem Alter und/oder Behinderungen sehr hilfsbedürftig. Die Mahlzeiten werden frisch aus oft gespendeten und selbst angebauten Lebensmitteln zubereitet. Zur Finanzierung tragen noch Spenden aus der Bevölkerung und die Heimbewohner selbst durch den Anbau von Gemüse, eine Hühnerhaltung und den Verkauf von Handarbeiten bei. Im Jahr 2012 konnte mit Unterstützung des Vereins ein neuer Speisesaal eröffnet werden, sodass die Bewohner nun ihre Mahlzeiten in der warmen Jahreszeit draußen in einem offenen aber überdachten Raum, dessen Fußboden nun auch gefliest ist, zu sich nehmen können. Wir wollen dieses mustergültig geführte Projekt weiterhin unterstützen und bitten um Ihre Hilfe.

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Spenden bitte unter dem Stichwort:

Altenheim

Krankenhaus

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9. Medizinhilfe  Ocotal

Ein Container mit medizinischen Hilfsgütern für Ocotal

Anfang 2011 wurden erste Überlegungen angestellt, medizinische Hilfsgüter in Wiesbaden zu sammeln, einen Container damit zu füllen und für das Krankenhaus in Ocotal zu verschiffen.

Das dortige Hospital ist das einzige Krankenhaus für die über 200.000 Einwohner der gesamten Region. Es hatte zu diesem Zeitpunkt 100 Betten in den Abteilungen Innere Medizin, Chirurgie, Pädiatrie, Gynäkologie und Geburtshilfe. Notfallpatienten werden in der Ambulanz erstversorgt und ggfls. aufgenommen.

Hintergrund für die damals angedachte Hilfslieferung war der relativ deprimierende Zustand des Krankenhauses in baulicher Hinsicht, aber auch und insbesondere bezogen auf die Ausstattung - vom Krankenbett bis hin zu den medizinischen Geräten.

Angestrebt und durch den Verein initiiert wurde letztlich, die Versorgungsmöglichkeiten des Krankenhauses mit der Unterstützung einschlägiger Wiesbadener Institutionen dauerhaft und nachhaltig zu verbessern.

Es hat - aus unterschiedlichen Gründen - einige Zeit gebraucht von der Idee bis zu deren endgültiger Realisierung, aber: An den ersten Tagen im Juni 2013 wurde der 12 m lange Container in Ocotal freudig begrüßt und umgehend entladen!

Er war prall gefüllt mit medizinischen Hilfsgütern unterschiedlicher Art: Gehhilfen, Rollstühle, Pflegebetten, Matratzen, Nachttische, Behandlungsliegen, Steril- und OP-Material, OP-Bestecke, OP-Tische, EKG-Geräte, Patientenüberwachungsmonitore, ein Defibrillator, Pulsoxymeter, Glucometer - und das ist nur ein Ausschnitt.

Möglich wurde dies insbesondere durch großzügige Sachspenden aus den Dr.-Horst-Schmidt-Kliniken, durch den Evangelischen Verein für Innere Mission und das Simeonhaus in Wiesbaden. Seitens des Vereins wurden aus Spendenmitteln zusätzlich ca. 10000,00 € in medizinisches Gerät investiert. Der Gesamtwert der Ladung dürfte somit bei ca. 30.000,00 € gelegen haben.

Für die Zwischenlagerung der Hilfsgüter bis zur Beladung des Containers hatte die Johanniter-Unfall-Hilfe in Wiesbaden freundlicherweise die entsprechende Lagerkapazität zur Verfügung gestellt. Der Transport nach Nicaragua wurde im Übrigen zu einem Großteil durch die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit GmbH (GIZ) finanziert, einer Institution des Bundes.

Und nicht zuletzt wurde das Projekt ermöglicht durch viele helfende Hände von Vereinsmitgliedern bzw. aus deren

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Freundeskreis. Das Projekt „Ein Container für Ocotal“ hat seine Feuertaufe also letztlich mit „Sehr gut“ bestanden - wenn auch mit Geburtswehen. Der damit verbundene Lern- und Erfahrungsprozess für die seitens des Vereins Beteiligten und das dabei erworbene Know-how riefen eigentlich nach Wiederholung, der Bedarf in Ocotal und der Region tat dies ohnehin …

Insbesondere in den Jahres 2019 und 2020 gab es daher mit der Helios HSK Wiesbaden und der Stadt gute Gespräche darüber, ob im Zuge des Neubaus der Klinik in der Ludwig-Erhard-Straße und der damit verbundenen Neuanschaffung unterschiedlichster Gerätschaften gut erhaltene und in Wiesbaden nicht erneut verwendete Gegenstände für das Krankenhaus in Ocotal zur Verfügung gestellt werden könnten.

Wegen personeller Veränderung auf der Partnerseite gerieten die Verhandlungen ins Stocken – und sind derzeit obsolet aufgrund eines Klinikneubaus in Ocotal, der gut voran schreitet und letztlich auch gut ausgestattet sein wird.

Herr Prof. Sader von der Uni-Klinik in Frankfurt a.M., der aufgrund seiner ehrenamtlichen Tätigkeit für die NGO Nicaplast für jeweils zwei Wochen im Jahr in der Klinik in Ocotal Lippen-Kiefer-Gaumenspalten operiert hat eine Auge darauf und wird ggfls. mitteilen, was evt. ergänzend doch noch nötig sein könnte.

Kooperation mit Nicaplast

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UNSERE MISSION

Hilfe für Patienten, Ausbildung für Ärzte

Jedes 500. Kind auf der Welt wird mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenfehlbildung geboren. Während bei uns der Zugang zu adäquater medizinischer Behandlung selbstverständlich ist, werden betroffene Kinder in Nicaragua – dem zweitärmsten Land der westlichen Welt – mangels ausgebildeter Fachkräfte oder fehlender Materialien, aber auch aufgrund der extrem grossen Armut grosser Bevölkerungsteile gar nicht oder nur unzureichend behandelt.

http://nicaplast.com/

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Siehe hierzu auch die beiden Artikel in unserem 

Nueva Nicaragua Info 2020_02 

S. 8:  

Nicaplast in Ocotal sehnsüchtig erwartet

84 kleine Patienten erfolgreich operiert

vom Nicaplast-Team

S. 9 - 11:

Nach Zwangspause 2019 wieder medizinischer Einsatz in Nicaragua

Adelheid Omiotek im Gespräch mit Professor Robert Sader